Wochenende in Bildern – 24./25. Dezember 2016 (Weihnachten)

Samstag:

Heilig Abend beginnt früh, wir müssen noch so einiges aufräumen und putzen, weil am Nachmittag (nun doch) die Oma (Potters Mama) und der Onkel (Potters Bruder) vorbeikommen.
Herr Schnute möchte auf dem Sofa noch eine Runde aufwachstillen, ist dabei aber sehr abgelenkt vom Weihnachtsbaum – er sieht zum ersten Mal so wirklich bewusst einen und scheint sehr belustigt und absolut begeistert von unserer Idee zu sein, einen ganzen Baum ins Wohnzimmer zu stellen… Um das zu würdigen, sagt er sehr deutlich „Baum“ und macht die passende Gebärde. <3

Wir sind alle noch nicht so richtig hungrig, darum putzen wir erstmal drauf los. Ich mach das Bad und mir dabei zumindest ein bisschen weiße Weihnachten mit Schaum-Schneelandschaften…

Potter kümmert sich in der Zwischenzeit um die Küche – mit tatkräftiger Unterstützung von Herrn Schnute, der zur Zeit großen Spaß daran hat, die Teller aus der Spülmaschine zum Einräumen anzureichen.

Ich ersetze noch ein letztes Mal die Kerzen am Adventskranz, der inzwischen sehr trocken und bröselig ist.

Herr Schnute entdeckt auf der Terrasse wieder Vögel und ist hin und weg: Gleich ein ganzer Schwarm Spatzen stürzt sich auf das Vogelfutter, das wir (täglich, mehrfach) gemeinsam aus dem Fenster werfen. Begeistert beobachtet er die Spatzen beim Frühstück und möchte ihnen noch einen großzügigen Nachschlag geben.

Nach dem Frühstück müssen wir noch dringend Herrn Schnutes Nägel schneiden. Das geht – genau wie das Zähneputzen – nur mit viel Ablenkung in Form von Videos – immerhin selbst aufgenommene, wir vermuten, dass das besser ist…

Seit ein paar Tagen müffelt es irgendwo in der Küche ganz komisch, aber all unsere Versuche einer Beseitigung des Geruchs sind bisher fehlgeschlagen. Darum gehe ich nochmal sehr gründlich auf die Suche und werde am obersten Ende der Küche endlich fündig: Eine gammelige Kartoffel hatte ihren ekligen Geruch verbreitet (wäh!), irgendwo da hinten:

Währenddessen hat Herr Schnute wunderschön und fein säuberlich seine Schälchen aufgereiht.

Dann kann ich mich endlich dem Nachtisch machen widmen, heute Abend soll es eine Lebkuchenmousse mit Aqua Faba geben. Aqua Faba ist quasi veganer Eischnee, der aus dem aufgeschlagenen Kichererbsenwasser von Dosenkichererbsen besteht. Ich hab damit schon großartige Baisers hinbekommen, daher war ich ziemlich optimistisch und mein Eischnee-Ergebnis auch erstmal richtig toll mit spitzenziehender Masse und allem…

Und dann kam die geschmolzene Schokolade und hat meinen schönen Schnee buchstäblich schmelzen lassen. Da hilft es auch nix, dass ich mich eigentlich penibel an’s Rezept gehalten hatte und leider rettet auch alles Verfluchen den Schaum nicht mehr. Ich hab eben die Grundregel missachtet: An Weihnachten keine neuen Rezepte testen!

Zwischendrin krieg ich mich noch mit Potter in die Wolle, weil er mir gefühlte tausend Fragen stellt, während ich mich auf dieses blöde neue Rezept konzentrieren will und schon ziemlich gestresst bin. So ganz typische Vor-Heilig-Abend-Stimmung halt…

Also alles nochmal auf Anfang, diesmal mit erprobtem Grundrezept als Basis, plus Lebkuchengewürz. Klappt ohne Zwischenfälle und schmeckt super – immerhin!

Mittags ist endlich alles sauber, Herr Schnute schläft kuschelig bei Potter in der Trage und ich kümmere mich noch um Details wie das Sorgensäckchen an der Haustür:

Da gerade Potters Mama zur Zeit mit vielen Sorgen kämpfen muss, wollen wir ihr auf die Art eine kleine Auszeit schaffen.

Am Nachmittag kommt unser Besuch schließlich und Weihnachten kann losgehen. Wir nehmen uns erstmal Zeit zum Reden bei Kaffee und den letzten Plätzchen.

Langsam dämmert es, ich komme wieder runter vom Stress und endlich in Weihnachtsstimmung!

Wir schmücken den Baum und montieren die Lichterkette. Herr Schnute ist besonders angetan von den Kugeln, die für ihn ganz klar Bälle sind und mit denen er darum auch eigentlich gerne spielen würde…

Im Anschluss drehen wir noch eine Runde durch das Wohngebiet, die wegen des Wetter aber kurz ausfällt – es regnet und windet fies kalt. Dafür können wir bei vielen Nachbarn aus der Ferne in die Fenster linsen und gucken, wie die denn eigentlich so feiern, das mach ich an Weihnachten sehr gerne.

Durchgefroren kommen wir wieder nach Hause und machen erstmal einen heißen Tee. Potter und sein Bruder fangen bald an mit dem Kochen und ich helfe ein wenig, während Potters Mama sich um Herrn Schnute kümmert, der die Exklusivzeit mit seiner Oma sichtlich genießt! In der Küche wird es schön trubelig so zu dritt auf den wenigen Quadratmetern und mit vielen verschiedenen Sachen, die gleichzeitig fertig werden wollen.

Da wir kein Gewürzsäckchen mehr finden, müssen wir improvisieren und zweckentfremden ein (neues! unbenutztes!) Windelvlies, stopfen dort die Gewürze für das Preiselbeergulasch rein und tackern es zu. Klappt einwandfrei übrigens…

Als unser Festessen fertig ist, sind wir alle hungrig und stürzen uns auf das (vegane) Preiselbeergulasch, Kartoffelklöße, Kroketten, Rotkohl, Rosenkohl und den bunten Salat. Die Oma hat meinen Platz übernommen, lässt sich von Herrn Schnute auf Trab halten und staunt, mit welcher Begeisterung er Rosenkohl verdrückt. Für den Nachtisch ist erstmal kein Platz mehr, den gibt es dann später.

Zusammen mit Potters Bruder spiel ich das Christkind (wir legen also in Abwesenheit von Herrn Schnute die Geschenke unter den Baum und machen alles dunkel, bis auf den Baum) und klingeln anschließend mit dem Glöckchen.

Herr Schnute ist fasziniert von dem erleuchteten Baum und den vielen bunten Geschenken und schnappt sich gleich das größte Päckchen, um es hochzuhieven und damit herumzulaufen. <3 Während der Bescherung bleibt diese Aufgedrehtheit auch ziemlich konstant, er ist begeistert von seinen Geschenken (unter anderem ein Teddybär von der Oma), dem Baum und der Gesellschaft und schmeißt sich regelrecht (kuscheln kann man das kaum mehr nennen) an seinen Onkel.

Es wird spät und unser Besuch bricht langsam auf. Der neue Teddy wird gleich mit ins Bett genommen und darf sogar zwischen uns die Nacht verbringen…

 

Sonntag:

Herr Schnute ist schon um sieben hellwach und aufgedreht, genau wie ich früher an Weihnachten. Wir gehen darum runter zum Baum und schalten die Lichterkette an und naschen Granatapfelkerne – die gab es gestern im Salat und auf dem Dessert und er ist begeistert von diesen roten, süß-saftigen Maiskörnern…

Es war wohl doch etwas spät für ihn gestern Abend, denn Herr Schnute ist noch sehr nölig und vor allem müde. So wie Potter: Der döst auf dem Sessel ein, während ich es nochmal mit Einschlafstillen probiere. Dazu ist Herr Schnute aber zu aufgedreht, also geht’s doch in die Trage und ich mache uns Kaffee…

Und dazu gibt’s Marzipankartoffeln.

Wieder wach wird erstmal die kleine Holzflöte bespielt. Er kriegt tatsächlich richtig Töne aus der Flöte raus!

Beim Frühstück darf der Teddy mit am Tisch sitzen! Er wird auch später noch mit Banane gefüttert und entwickelt vermutlich schon so langsam eine für ein geliebtes Kuscheltier adäquate Klebeschicht.


Dann geht es weiter mit Geschenken, die Herr Schnute mit vollem Körpereinsatz auspackt…

…und ausprobiert. Von dem Schiebestab ist er besonders begeistert.

Dank des Vormittagsschlafs klappt der Mittagsschlaf erst superspät – das wird interessant am 2. Feiertag, da sind wir auf 12:30 Uhr zum Essen bei Potters erweiterter Familie eingeladen. Also entweder Schlaf am Vormittag oder garnicht… :/

Nachmittags essen wir noch die Reste von Heilig Abend.


Puppe und Teddy in trauter Zweisamkeit…


Wir wollen am 2. Feiertag eine Donauwelle mitbringen, für die noch die Creme und Glasur fehlt, also koche ich schonmal den Pudding für die Cremeschicht. Da uns die poppige oder aber technolastige Weihnachtsmusik aus dem deutschen Radio inzwischen sehr nervt, wir aber etwas Gedudel im Hintergrund wollen, macht Potter uns einen amerikanischen Sender rein und wir hören amerikanische Weihnachtslieder – was überraschend schön ist!

Und unser Netflix-Kamin sorgt zusätzlich für Stimmung.

Vom späten Resteessen sind wir noch so satt, dass wir beschließen, nur Bratäpfel als Abendessen zu essen. Hatten wir so auch noch nicht, hat aber völlig gereicht. Dazu läuft weiter amerikanische Weihnachtsmusik und Herr Schnute und ich tanzen ein bisschen im Sitzen dazu, was zumindest in seinem Fall sehr, sehr niedlich aussieht.

Danach geht es erschöpft, aber glücklich ab ins Bett…

Mehr Wochenenden in Bildern und die Initiative dazu findet ihr bei geborgen wachsen.

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