Wochenende in Bildern – 7./8. Januar 2017

Samstag:

Brrrr, ich habe die ganze Nacht gefroren… Durch die eisigen Temperaturen ist es auch im Schlafzimmer ungewohnt kalt, da wir dort nicht heizen. Eigentlich würde ich mir in solchen Nächten alle verfügbaren Decken bis zu den Ohren hochziehen. Weil ich mir jetzt aber ja die Decke mit Herrn Schnute teile, der nach wie vor lieber ohne Schlafsack schlafen möchte, kann ich mich nicht so leicht einmummeln und muss frieren. Trotz dessen war die Nacht gut, wenn auch zu kurz – in unserem Urlaub ist unsere übliche Routine mal wieder aus der Bahn geraten und wir gehen oft erst deutlich nach elf in’s Bett, was für uns wirklich superspät ist.

Wir haben uns gestern Abend spontan entschlossen, unseren Baum doch schon heute zum Abholen von der Jugendfeuerwehr bereitzustellen. Eigentlich wäre mir das noch zu früh, aber da unser Exemplar dieses Jahr schon jetzt so traurig aussah, kann er auch schon früher weg.

Über Nacht ist einiges an Wasser aus unserer mit einem Grablicht beheizten Vogeltränke verdunstet, so dass ich sie auffüllen muss.

Zum Frühstück hat Herr Schnute kaum etwas gegessen, aber der selbstgeangelte trockene Toast wird noch genüsslich verspeist.

Der Baum wird abgeholt von zwei Mädchen der Jugendfeuerwehr – sie sind jung genug, dass Herr Schnute sie in die Kategorie „Kinder“ steckt und ihnen am liebsten hinterherlaufen würde. Auch nachdem sie längst weg sind, will er immer wieder zur Haustüre und nachschauen, ob sie noch da sind. <3

Das allerletzte Weihnachtsgeschenk ist endlich da und kann auf Reisen gehen. Außerdem wartet der Monatsbericht für meine Oma darauf eingetütet zu werden. Wir schreiben jeden Monat einen ausführlichen Bericht zu Herrn Schnutes Entwicklung, was er schon kann, was er mag, nicht mag, machen ein Foto und das alles schicken wir ihr dann per Post.
Herr Schnute ist währenddessen ziemlich anstrengend, wohl wegen der kurzen Nacht, darum gibt es anschließend einen ausführlichen Mittagsschlaf.

Mittags gibt es Herrn Schnutes Lieblingsreste: Mais, Erbsen, Rosenkohl, Räuchertofu und Möhren stehen hier grad sehr hoch im Kurs.

Danach kriegt Potter endlich seine wohlverdiente Exklusivzeit, um eines seiner Weihnachtsgeschenke einzulösen und sich eine Runde in die virtuelle Realität zu stürzen. In der Zwischenzeit räumen Herr Schnute und ich die Küche auf. Weil er aber wirklich absolut alles selbst machen möchte, brauchen wir sehr lange und ich habe keine Chance Fotos zu machen…
Zumindest der frisch geputzte und gefüllte Obstkorb läuft nicht weg und steht auch etwas später noch für ein Foto parat:

Später packen wir uns alle drei so warm es geht ein und wagen den Weg zum Briefkasten. Es ist wirklich verflucht kalt draußen! Der Hinweg klappt mit Herrn Schnute auf Potters Arm noch gut und unfallfrei, der Rückweg dagegen zieht sich sehr in die Länge, weil Herr Schnute zum einen selbst laufen möchte und zum anderen alle 50cm stehen bleibt, weil da Schnee ist, dann eine Katze, dann zwei Hunde, dann wieder die Katze… Und dann sind da plötzlich Dornen, an denen er sich piekst. Herr Schnute hat jetzt also kleine Stacheln in einem Finger, an seinen eh schon eiskalten und bestimmt schmerzenden Händen – darum packen wir ihn und laufen im Stechschritt nach Hause. Ist glücklicherweise nicht mehr weit.

Zu Hause holen wir dann erstmal die Stacheln mit einer Pinzette raus und Herr Schnute wärmt sich beim Stillen auf. Das ist nach Spaziergängen in der Kälte inzwischen eine kleine Tradition geworden: Aufwärmstillen! Potter und ich machen uns für den Zweck einen heißen Kaffee.

Eigentlich wollten wir heute früh zu Abend essen, damit es nicht wieder so spät für Herrn Schnute wird. Blöderweise fehlen aber noch Sojaschnetzel und den Sprudel haben wir beim Wocheneinkauf auch vergessen. Also alle nochmal warm einpacken und diesmal mit dem (erstmal bitterkalten) Auto los. Im Edeka hat Herr Schnute wie immer einen Riesenspaß und schiebt vergnügt den Einkaufswagen.

Vor dem Schlafengehen geht’s noch in die Badewanne – und Herr Schnute findet einen praktischen neuen Platz für die Klopapierrollen:

 

Sonntag:

In der Nacht frier ich etwas weniger, nachdem ich mir eine dritte Decke organisiert habe. Gut schlafen kann ich trotzdem nicht, abstruse Albträume rauben mir den Schlaf. Die Nervosität vor dem Geburtstag meiner Oma in 1,5 Wochen, an dem ich nach fast 7 Jahren meine Eltern und meinen ältesten Bruder wiedersehen muss (zu allen dreien habe ich damals den Kontakt abgebrochen), steigt langsam. Das spiegelt sich leider auch in meiner Stimmung wieder und ich bin schon von mir selbst genervt. Ich bin froh, dass Potter das alles so gut versteht und mich nicht nur auffängt, sondern überhaupt aushält!

Potter experimentiert beim Frühstück mit unserem aktuellen Lieblings-„Käse“ und steckt sein Brot in die Mikrowelle. Schmilzt super und Potter verbrennt sich die Zunge… m)

Herr Schnute hat ein neues Lieblingsbuch und er ist sich sicher: Das Kind auf dem Buch ist eine Puppe! <3

Seit ein paar Tagen bleiben die Haarklämmerchen wieder drin und werden nicht sofort herausgefriemelt, endlich kann er wieder etwas sehen.

Mit dem Sonntagnachmittag ist schon das Ende unseres Urlaubs angebrochen und bei uns macht sich ein bisschen Trübsal und Lagerkoller breit. Die Müdigkeit hilft da nicht wirklich. Dafür hilft aber ein bisschen Vögel beobachten, die sich gerade alle auf das frische Futter stürzen. Gemeinsam rätseln wir, ob wir ein Rotkehlchen oder einen Zwergschnäpper im Garten haben. Ein genauerer Blick und etwas Hintergrundwissen aus dem Vogelbuch (Zwergschnäpper fliegen im Winter in den Süden) klärt uns auf: Es ist ein Rotkehlchen – und es scheint ein Pärchen zu sein, das passende weibliche Pendant haben wir auch entdeckt!

Danach fahren wir noch spontan auf einen meistens schönen Berg in der Nähe, um dort ein bisschen spazieren zu gehen. Die Hinfahrt findet Herr Schnute noch ganz gut, er vergüngt sich mit seinem Spiegelbild und wir verputzen Hirsebällchen.

Bei der Fahrt auf den Berg wird uns langsam klar, dass es bei so trübem Wetter dort oben auch nicht viel schöner sein wird. Oben angekommen stehen wir im Grunde in einer Wolke.

Wir spazieren trotzdem ein bisschen und bestaunen die Eiskristalle…

…und besteigen trotz allem noch den Aussichtsturm. Oben angekommen kriegt Herr Schnute es allerdings mit der Angst zu tun – kein Wunder, es sieht durch die mangelnde Sicht ein bisschen aus, wie eine eiskalte Gummizelle. Ich mache noch kurz ein paar Fotos, während Potter mit ihm zügig wieder absteigt.

Unten angekommen beruhigt Herr Schnute sich wieder und stapft begeistert herum. Hier sind viele Hunde unterwegs, das findet er super!

Bevor wir uns auf den Rückweg machen, lassen wir Herrn Schnute noch ein Weilchen im Auto herumtoben – in seinen Kindersitz möchte er nämlich partout noch nicht. Zu unserem Glück laufen auch in der Nähe des Autos immer wieder Hunde herum. Ein Traum für Herrn Schnute!

Zu Hause brauchen wir lange um wieder warm zu werden. Wir machen uns noch Würstchen im Schlafrock, weil wir die ganze Woche denen von Neujahr hinterher gelechzt haben – und dann ist unser grau-tristes letztes Urlaubs-Wochenende auch schon wieder rum!

 

Mehr Wochenenden in Bildern und die Initiative dazu findet ihr bei geborgen wachsen.

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